Das Stinken hat ein Ende – keine Wunder-Bäume mehr!
Als ehemaliger Geschäftpartner der Böhm GmbH, exklusiver Vertriebspartner für “Wunder-Baum®“, bekam ich einen Brief, der mich doch ins Staunen brachte.
Der Vertrieb von Wunder-Baum Lufterfrischern werde zum Jahresende eingestellt. Wunder-Bäume, die Gut-Riech-Bäumchen, die, die ganzen alten Taxen am Spiegel hängen haben. Die Bäumchen, die es an jeder Tankstelle mit tausend verschiedenen Düften gibt. Vom “Neuwagen-Geruch” bis über zum “Pina Colada”-Duft (die Deutschen mögen übrigens den “Vanille”-Duft am meisten).
Nach 40 Jahren – einfach so. In dem Brief wurde nicht mitgeteilt weshalb oder warum, nur dass es sich um eine Geschäftsaufgabe handele und man doch noch schnell den Restbestand kaufen soll. Das ganze wurde durch die kostenlose Zugabe noch trauriger: ein misslungener, einäugiger Wunder-Baum.

“Da muss doch eine Aufruhr durch das Land gehen“, dachte ich mir und googelte was die Zeitungen dazu sagen… Nichts! Ich konnte keinen einzigen Artikel zu dem Thema finden, keinen Blogpost, nicht mal auf der Böhm Webseite ein Wort dazu.
So verschwindet eine Ikone Deutschland’s lautlos. Naja, ich hab es ja zumindest gepostet.
Über die Gründe kann man nur spekulieren. Ich erinnere mich, dass ein Mitarbeiter bei einem Gespräch erwähnte, dass die chinesische Konkurrenz ziemlich einholt, da sie im Einkauf 1/6 und weniger kosten. Böhm hielt immer gegen mit dem Argument, dass manche der chinesischen Lufterfrischer giftige Stoffe beinhalten. Waren anscheinend nicht giftig genug…
Was Böhm in Zukunft machen wird, bleibt im Brief auch unerwähnt. Soweit ich weiß, sind die kleinen Stinkebäumchen das einzige Produkt.
*UPDATE*
Jetzt ist es offiziell, auf der Böhm-Webseite wird die Insolvenz (?) als Seemann’s Geschichte nacherzählt.
Wer aus der Geschichte schlau wird und erklären kann wer das Mutterschiff ist, möge sich melden. Man kann aber auf jeden Fall ein wenig Wut und Hass auf bestimmte Personen (anscheinend ehemalige Geschäftsführer) herauslesen.
Die Geschichte wurde übrigens auch als Brief verschickt. Zwar sehr ungewöhnlich, so eine Sache als Abschied bei einer Geschäftsaufgabe, vorallem die Paint-Bilderchen, da wurden die Grafiker wohl schon entlassen, aber es gibt dem ganzen natürlich auch eine persönlichere Note und man merkt, dass es hier wohl noch ein paar Angestellte gab, die sich wirklich zu der Firma verbunden gefühlt haben.








